Ex-Hoxfelderin Martha Middeler landet in Madrid unverhofft in der zweiten spanischen Liga

Beim RC Borken-Hoxfeld lernte Martha Middeler das „kleine Basketball-ABC“, aktuell geht die 1,90 m große Centerspielerin für den spanischen Zweitligisten Club de Baloncésto Olímpico 64 auf Korbjagd. BZ-Sportredakteur Dirk Rodenbusch sprach darüber mit der 18-Jährigen.

BORKEN. Die alte Weisheit „Unverhofft kommt oft!“ gilt in diesen Wochen und Monaten auf jeden Fall auch für Martha Middeler. Eigentlich wollte die ehemalige Schülerin des Gymnasiums Remigianum – dort baute sie im vergangenen Jahr ihr Abitur – und 1,90 m große Ex-Basketballerin beim RC Borken-Hoxfeld lediglich ein Au-pair-Jahr in Madrid verbringen. Aktuell kämpft sie nun aber auch für den Hauptstadt-Verein Club de Baloncésto Olímpico 64 in der zweiten spanischen Liga (Feminina 2) um Punkte. BZ-Sportredakteur Dirk Rodenbusch sprach darüber mit der 18-Jährigen.
Wie sieht Ihr Alltag als Au-pair aus?
Middeler: Ich betreue in einer Familie vier Kinder. Die Jungs sind zehn und zwölf, die beiden Mädchen sechs Monate und vier Jahre. Da herrscht ein ganz schönes Chaos. Aber wenn man Struktur reinbringt, dann geht’s.

Das hört sich nach viel Stress an. Bleibt trotzdem noch Zeit für den Sport?
Middeler: Ich bin im Vergleich zu anderen Au-pairs in der glücklichen Lage, dass die Familie mich optimal unterstützt. Die Mutter arbeitet viel. Aber der Vater ist abends oft zu Hause. Sonst wäre es nicht möglich, dreimal, vor wichtigen Spielen sogar viermal wöchentlich zu trainieren.

Sie spielen seit fast zehn Jahren Basketball, bisher nur für den RCB und für Metropol Girls in der Nachwuchs-Bundesliga. Wie kam es in Spanien zum Aufstieg in den semi-professionellen Sport.
Middeler: Eigentlich bin ich da so reingerutscht. Eine Bekannte der Familie spielt auch Basketball. Sie hat mich mit zu Olímpico genommen. Dort habe ich dann in der untersten Mannschaft angefangen. Nach zwei Spielen hat mich mein Coach dann zum Training der Ersten geschickt.

Wussten Sie, dass die in der 2. Liga aktiv ist?
Middeler: Nein. Als ich aber das Umfeld – unter anderem mit drei Trainern – kennengelernt habe, wurde mir das schnell klar, dass diese Mannschaft nicht nur hobbymäßig unterwegs ist. Obwohl ich zunächst das Gefühl hatte, dass ich etwas überfordert war und es nicht packen würde, haben mir die Verantwortlichen schon nach dem ersten Training gesagt, dass ich wiederkommen könnte. Dann ging alles ganz schnell: Ich habe den Vertrag bei Olímpico unterschrieben, habe die Spiellizenz für die Liga bekommen und seitdem 13 Partien absolviert. Während in anderen Vereinen etliche US-Girls aktiv sind, bin ich bei Olímpico die einzige Legionärin.

Sie werden in Madrid auf Ihrer Stammposition als Centerin eingesetzt. Hat es auch schon für einen Platz in der „Starting Five“ gereicht?
Middeler: Als Neue in der Liga und auch in meiner Mannschaft musste ich mich – auch bedingt durch das fehlende spanische Vokabular – erst einmal zurechtfinden. In den letzten drei Begegnungen durfte ich aber jeweils anfangen. Auch meine Spielzeiten werden immer länger.

Wo liegen die Unterschiede zwischen der deutschen Oberliga, in der Sie ja in der vergangenen Saison noch aktiv waren, und der zweiten Liga in Spanien?
Middeler: Vor allem in der Physis und Härte. Ich denke, dass die 2. Liga mit der 2. Bundesliga in Deutschland vergleichbar ist. Leider sind wir Tabellenletzter. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Wir haben am Sonntag ein ganz wichtiges Heimspiel gegen Logronio vor der Brust. Das müssen wir gewinnen.

Wann kehren Sie zurück nach Deutschland. Und wie soll es dann hier sportlich für Sie weitergehen?
Middeler: Ende Juni ist das Au-pair-Jahr vorbei. Dann habe ich verschiedene Ideen. Nach Möglichkeit will ich beruflich mit dem Sport in Verbindung bleiben. Also vielleicht in Richtung Sportmedizin oder Sport auf Lehramt gehen. Basketball möchte ich in einer anständigen Liga spielen. Aber das kommt dann ja auch auf den Studienort an.

Ist es auch denkbar, dass Sie Ihren Spanien-Aufenthalt verlängern und weiter auf internationaler Bühne auf Punktejagd gehen?
Middeler: Der Verein hat zwar diesbezüglich schon nachgefragt. Aber das ist für mich keine Option.

Quelle: https://www.borkenerzeitung.de/lokalsport/basketball/

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